Rechnungswesen-verstehen.de - 100% verständlich

Der Aufbau vom Hauptteil bei einer wissenschaftlichen Arbeit

Der Hauptteil der wissenschaftlichen Abschlussarbeit sollte in mehrere Kapitel und Unterkapitel unterteilt sein. Er hat die Aufgabe, die Frage zu beantworten, und zwar …

  • … möglichst kleinschrittig
  • … alle Behauptungen beweisend oder mit Literatur belegend
  • … in logischer Reihenfolge
  • … nach semantischen Kriterien in einzelne Schritte unterteilt, die auch zu Unterkapiteln geformt werden können
  • … möglichst aspektreich.

Orientieren Sie sich dabei an Ihrer Gliederung. Man sollte etwa 2-5 Absätze pro Seite machen. Auch der eigentliche Fließtext in einem Kapitel ist also noch einmal zu gliedern. Ein eigener Sinnzusammenhang erfordert einen eigenen Absatz. Wenn Sie den Gedankengang wechseln, folgt ein neuer Absatz. Ein Zitat aus der Fachliteratur muss auch analysiert oder interpretiert werden. Dies kann wie folgt geschehen:

  • Widerlegen mit eigenen Erkenntnissen.
  • Bestätigen mit eigenen Erkenntnissen.
  • Übernahme der Erkenntnis in die eigene Argumentation.
  • Vergleichen mit den Thesen & Erkenntnissen anderer.
  • Vergleichen mit den eigenen Thesen & Erkenntnissen.
  • Versetzen des Zitats in andere Zusammenhänge (andere Modelle, andere Zeit, anderer Ort etc.)
  • Bezug zu anderen Modellen, Theorien, Texten herstellen.

Immer gilt es, die Fragestellung im Blick zu halten. Fragen Sie sich immer: Bin ich im Begriff, etwas zu schreiben, was zur Beantwortung der Frage einen Beitrag leistet? Abschweifen fällt stets unangenehm auf. Die Beschäftigung mit wissenschaftlicher Literatur verführt dazu, alles zitieren zu wollen – denn fast alles, was dort geschrieben steht, ist wohl durchdacht und klingt gut. „Das klingt gut!“ ist kein Argument für ein Zitat! Vermeiden Sie auch Redundanzen. Redundanzen sind:

  • Wiederholungen
  • Überflüssiges Beiwerk, das keinen Beitrag zur Beantwortung der Frage leistet.

Wenn Sie auf etwas zurückkommen möchten, was sie bereits erläutert haben oder noch erläutern werden, arbeiten Sie mit Formulierungen wie:

  • „Wie oben bereits ausgeführt / gesagt / angedeutet“
  • „Was an späterer Stelle / in Kapitel 3 noch ausgeführt werden wird“.

Wiederholen Sie keinesfalls die gesamte Argumentation! Bei einer längeren Arbeit dürfen Sie höchstens die Ergebnisse der Untersuchungen noch einmal knapp (wirklich knapp) anreißen. Unbedingt gehört dann ein „s. o.“ oder „wie oben bereits ausgeführt“ dazu. Der wissenschaftliche Text ist als zusammenhängendes Gewebe zu verstehen. Achten Sie auf gedankliche Schärfe, Präzision und gehen Sie auf die Bezüge zwischen einzelnen Gedanken ein. Verwenden Sie kein Ich im Text! Schreiben Sie höchstens ein wenig zu viel, nicht viel zu viel.

Wenn Sie Abbildungen verwenden, müssen sie vollständig interpretiert werden. Auch müssen Sie einen Bezug zwischen Text und Abbildung herstellen, in dem Sie Abbildungen fortlaufend nummerieren und mit einer Unterzeile versehen, die gewissermaßen den Titel der Abbildung darstellt. Dieser gibt in kurzen Worten (kein ganzer Satz) präzise den Inhalt der Abbildung an. Im Text verweist man dann auf Nummer (und Titel) und erklärt die Bedeutung der Abbildung. Nur so liefert die Abbildung wirklich einen Erkenntnisgewinn.

Das Wichtigste auf einen Blick:Der Hauptteil …

  • … stellt die eigentliche Untersuchung dar.
  • … ist in mehrere Kapitel und Unterkapitel unterteilt.
  • … führt Thesen und Begründungen an.

 

Artikelserie „wissenschaftliches Arbeiten“ – hier geht’s weiter:

Rechnungswesen-verstehen.de • Ein Projekt von F2net, Copyright 2009 - 2018